Tim Renner zum Koalitionsvertrag und der neuen Ressortverteilung

Pressemitteilung vom 16.11.2016
Zum Abschluss der Koalitionsverhandlungen von SPD, DIE LINKE und Bündnis 90/DIE GRÜNEN haben sich die Parteien auf eine neue
Ressortverteilung verständigt. Zukünftig wird es ein
eigenständiges Kulturressort unter der Führung der Partei
DIE LINKE
geben. Der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Tim
Renner, erklärt dazu:
"Ich glaube, dass es uns gelungen ist, in einer
vergleichsweise kurzen Zeit den Weg der Berliner Kultur auf dem
Weg zurück zur Weltstadt mitzugestalten. Hierin liegt nach der
Wiedervereinigung die größte Herausforderung für Berlin.
Eine echte Weltstadt werden wir nur wieder, wenn wir der Kunst
und der Kultur eine herausragende Rolle zugestehen. Dafür
braucht sie sowohl Ressourcen, den Mut zum Neuen und zur
Internationalität, als auch das Grundverständnis, dass Kultur
maßgeblich auch jenseits unserer Institutionen entsteht.
In diesem Sinne haben wir Steigerungen im Kulturetat von
jährlich bis zu 11% durchgesetzt. Kein anderer Fachhaushalt
hat solche Aufwüchse erlebt.
Wir haben bei der Wahl von Intendanten und Direktoren über den
Tellerrand geguckt und uns auch Expertise und den Blick von
außen aus Salzburg, Amsterdam, Stockholm, Jerusalem und London
geholt. Diese Entscheidungen und die Tatsache, dass wir dabei
auf die Verschränkung der Kulturen gesetzt haben, haben auch
Unruhe erzeugt. Unruhe ist nicht die schlechteste Triebkraft im
Kulturbetrieb. Wichtig
ist, diesen Entwicklungsprozess der Berliner
Kulturinstitutionen weiterhin konstruktiv zu begleiten.
Die Förderung der Freien Szene haben wir zu einem Schwerpunkt
unserer Förderung gemacht. Das hat nahezu zu einer
Verdoppelung der Fördermittel geführt. Fast wichtiger ist
dabei aber, dass sich die Beziehung der Freien Szene zur
Verwaltung gewandelt hat. Auf Augenhöhe werden jetzt neue
Formate wie z.B. die "Spartenübergreifende Förderung"
entwickelt, respektive weiterentwickelt."
Der Staatssekretär weiter: "Entscheidend in der Entwicklung
der Berliner Kultur werden Räume sein. Künstlerinnen und
Künstler dürfen nicht aus der Stadt oder an deren Rand
gedrängt werden. Deshalb haben wir das Atelierprogramm zu
einem Raumprogramm ausgebaut und finanziell erheblich
aufgestockt. Wir haben durchgesetzt, dass die Kultur bei der
Vergabe von Liegenschaften mitentscheidet, und mit dem
Bürgschaftsprogramm erstmals eine Möglichkeit geschaffen,
Künstlerinnen und Künstler beim Erwerb ihrer Arbeitsräume zu
unterstützen."
Renner fügte hinzu: "Die Digitalisierung stellt eine große
Chance für die Kultur dar. Wir sind gut vorangekommen bei der
Schaffung von Digitalisaten oder der digitalen Ausstattung
unserer Institutionen. Jetzt wird der nächste Schritt fällig:
Zugang für die Nutzerinnen und Nutzer und das, wo möglich,
auf Basis von Open Access."
Renner weiter: "SPD, Linke und Grüne haben einen
Koalitionsvertrag vorgelegt, der alle diese Schwerpunkte
aufgreift und weiterentwickelt.
Die letzten zweieinhalb Jahre würde ich nicht missen wollen.
Mir haben sie tiefe, interessante Einblicke ins Berliner
Kultur- und Politikwesen gebracht. Dabei habe ich Wissen
erlangt und Kontakte gewonnen. Beides wird einem nicht verloren
gehen. Und in Bezug auf die Berliner Kultur bin ich sicher,
dass diese auf einem guten Weg ist und dieser, zusammen mit
unserer hervorragenden Kulturverwaltung und ihrer neuen
Leitung, weiter beschritten werden wird."
Quelle: http://www.berlin.de/presse/pressemitteilungen/index/feed?institutions=lpd&since=gestern_14_00&prio=1&count=1000&orig=1
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