Jahresbilanz der Berliner Luftqualität

Bild: Sergiy Serdyuk - Fotolia.com
Pressemitteilung vom 10.01.2018
Grenzwerte für Feinstaub eingehalten - Stickoxidbelastung
immer noch zu hoch
Regine Günther, Senatorin für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz, zog heute eine vorläufige Bilanz der
Berliner Luftqualität im vergangenen Jahr. "Erfreulich ist,
dass die gemessene Feinstaubbelastung an allen Messpunkten mit
maximal 28 von erlaubten 35 Überschreitungstagen abermals
unter dem Grenzwert blieb", so Regine Günther. Die bereits
vor 20 Jahren mit der Rußfilternachrüstung der BVG-Busse begonnene und zuletzt durch
anspruchsvolle Vorgaben für Baumaschinen auf Baustellen der
öffentlichen Hand fortgesetzte Berliner Strategie "kein
Diesel ohne Rußfilter" trage offensichtlich Früchte.
Anders ist die Situation bei Stickstoffdioxid: Zwar liegt die
Belastung in verkehrsarmen Wohngebieten deutlich unter der als
Grenzwert festgelegten Schwelle von 40 µg/m³ Stickstoffdioxid
im Jahresmittel. An fast allen 29 Messstellen in
verkehrsreichen Straßen wurde der Grenzwert aber zum Teil
deutlich überschritten.
Das Problem der hohen Stickoxidbelastung ist nicht auf die
Bereiche rund um die Messstellen beschränkt, wie die
Ergebnisse aktueller Simulationsrechnungen der Luftbelastung
für das gesamte, 1.600 Kilometer lange
Hauptverkehrsstraßennetz in Berlin zeigen. Diese Berechnungen
wurden auf Grundlage der neuesten Daten zum Verkehrsaufkommen,
zur Stauhäufigkeit, zu den Anteilen der verschiedenen
Fahrzeugtypen und deren Schadstoffausstoß erstellt. Sie zeigen
Grenzwertüberschreitungen in fast 500 Straßenabschnitten mit
einer Gesamtlänge von 60 Kilometern, die ganz überwiegend
durch den Straßenverkehr und vor allem durch Dieselfahrzeuge
verursacht werden. Die am stärksten belasteten
Straßenabschnitte liegen an der Leipziger, Potsdamer und
Hauptstraße, der Reinhardtstraße, der Wilhelmstraße, der
Brückenstraße und im Tempelhofer und Mariendorfer Damm.
"Wir werden im neuen Jahr intensiv an der Fortschreibung des
Berliner Luftreinhalteplans arbeiten, um die
gesundheitsschädliche Belastung so schnell wie möglich zu
senken", so Regine Günther. "Die
Automobilindustrie und die Bundesregierung müssen dafür
sorgen, dass die Diesel-Fahrzeuge endlich mit Soft- und
Hardware nachgerüstet werden, damit die Grenzwerte eingehalten
werden können."
Etliche Maßnahmen zur Minderung der Stickoxidemissionen, wie
die Nachrüstung der BVG-Busflotte
mit wirksamen Stickoxidfiltern und der Ersatz von alten durch
neue saubere Busse, sind schon in der Umsetzung. So wurde noch
im alten Jahr mit der BVG eine
Vereinbarung "zur Stärkung des ÖPNV als schadstoffarme und klimaschützende
Mobilität" geschlossen, die auch die Beschaffung von 30
Elektrobussen und den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur
in diesem Jahr vorsieht. Nachdem bereits in 200
Doppeldecker-Bussen wirksame Stickoxidfilter eingebaut und die
Katalysatoren in weiteren 160 Fahrzeugen optimiert wurden,
sollen in diesem Jahr nochmal bis zu 270 Busse nachgerüstet
werden.
Dass diese Maßnahmen schon jetzt wirken, lässt sich an der
Messstelle am Bahnhof Zoo ablesen, wo die Busabgase einen
großen Einfluss auf die Stickoxidwerte haben. Dort ging die
Belastung seit Beginn des Nachrüstungs- und
Erneuerungsprogramms der BVG-Busflotte in 2014 bereits um ein Viertel
zurück - so viel wie an keiner anderen Messstelle.
Quelle: http://www.berlin.de/presse/pressemitteilungen/index/feed?institutions=lpd&since=gestern_14_00&prio=1&count=1000&orig=1
Zurück zur Übersicht
Zahlen & Fakten:
Stadtname:
Berlin
Bundesland:
Berlin
Höhe:
34-115 m ü. NN
Fläche:
891,85 km²
Einwohner:
3.447.048
Autokennzeichen:
B
Vorwahl:
030
Gemeinde-
schlüssel:
11 0 00 000