Beteiligte verständigen sich auf Konzept für Öffnung der Kältebahnhöfe 
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Beteiligte verständigen sich auf Konzept für Öffnung der Kältebahnhöfe


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Pressemitteilung vom 23.11.2018
Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:
An den U-Bahnhöfen Moritzplatz (U8) und Lichtenberg (U5), die jetzt als Kältebahnhöfe nachts offen bleiben, sind inzwischen mobile Toiletten aufgestellt worden. Diese werden von der Firma Toi Toi & Dixi kostenlos zur Verfügung gestellt. Teams von Streetworkerinnen und Streetworkern sowie Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern der BVG werden ab dem Wochenende unterwegs sein, um Obdachlosen Hilfe anbieten. Ziel ist es, möglichst viele Menschen zum Aufsuchen von Notübernachtungen zu motivieren. Die Berliner Stadtmission übernimmt dabei die soziale Betreuung am U-Bahnhof Moritzplatz, die Sozialstiftung Karuna sichert die soziale Betreuung am U-Bahnhof Lichtenberg ab.
In den vergangenen Tagen haben intensive Gespräche zwischen der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, der BVG, den Bezirken Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Berliner Stadtmission und der Sozialstiftung Karuna stattgefunden, um gemeinsam ein Konzept für die Öffnung der Kältebahnhöfe zu entwickeln. Dabei sollte es sich um eine tragfähige Lösung handeln, die sowohl die Sicherheit und Ordnung auf den U-Bahnhöfen als auch die humanitäre Verantwortung für Leben und Gesundheit der obdachlosen Menschen berücksichtigt.
Alle Beteiligten haben sich auf folgendes Konzept für die Offenhaltung der Kältebahnhöfe verständigt: Um die soziale Betreuung auf einem hohen Niveau sicher zu stellen und die Situation auf den U-Bahnhöfen zu entlasten, soll innerhalb weniger Wochen das neue Konzept der mobilen, beheizten Warte- und Wärmehallen an den Eingängen der U-Bahnhöfe Lichtenberg und Moritzplatz umgesetzt und getestet werden – als niedrigschwelliger Aufenthaltsort für Obdachlose. Angeboten werden soll dort ebenfalls eine soziale Betreuung, um Hilfeangebote wie zum Beispiel Notübernachtungen zu vermitteln. Deshalb sollen die beiden Bahnhöfe auch regelmäßig von einem Kältebus angefahren werden. Das Vorhaben wird als Modellprojekt durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördert. Wenn es sich bewährt, soll es als Teil der Berliner Obdachlosenhilfe dauerhaft etabliert werden.
Sozialsenatorin Elke Breitenbach zeigt sich erfreut über die Einigung: "Ich danke allen Beteiligten dafür, dass sie in einer schwierigen Situation den Dialog gesucht und gemeinsam eine Lösung gefunden haben, die den Schutz der Obdachlosen und die Sicherheit auf den U-Bahnhöfen gleichermaßen berücksichtigt. Das Konzept der Warte- und Wärmehallen ist neu und hat das Potenzial, als niedrigschwelliges, weitestgehend restriktionsfreies Angebot dauerhaft Teil des Berliner Obdachlosenhilfesystems zu werden."
Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Vorsitzende des BVG-Vorstands: "Wir begrüßen sehr, dass es gelungen ist, gemeinsam und mit Unterstützung der beteiligten Bezirke, engagierter Unternehmen und sozialer Einrichtungen sichere und würdige Angebote für obdachlose Menschen zu organisieren. Wir danken der Stadtmission für ihr Engagement und sind froh, dass die Schutzsuchenden dann in guten und qualifizierten Händen sind. Die gemeinsame Botschaft lautet: Niemand wird in Berlin in kalten Nächten einfach auf die Straße geschickt. Die BVG unterstützt diesen Weg, der letztendlich nicht nur die Situation für die Schutzsuchenden entspannt, sondern auch im Sinne unserer Kolleginnen und Kollegen und unserer Fahrgäste ist."
Joachim Lenz, Direktor der Berliner Stadtmission: "U-Bahnhöfe sind keine geeigneten Nachtquartiere. Wenn obdachlose Menschen dennoch nachts nicht von dort weg wollen, ist es gut, ihnen vor Ort einen warmen und sicheren Raum anzubieten, um die Nacht zu überstehen. Klasse, dass Senat, Bezirke und BVG hier gemeinsam helfen wollen und können!"
Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg: "Der BVG ist auch in diesem Jahr für die Öffnung der Bahnhöfe zu danken. Obwohl gerade auch Friedrichshain-Kreuzberg viele Kälteplätze zur Verfügung stellt, bedarf es für eine Gruppe von Menschen, die auf der Straße leben, dieses Angebotes, da sie sich nicht in geschlossenen Räumen aufhalten können. Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat umfangreiche Unterstützungsmaßnahme für die Umsetzung und Begleitung zugesagt. Dies begrüßen wir als Bezirk ausdrücklich."
Michael Grunst, Bezirksbürgermeister von Lichtenberg: "Wenn Menschen Hilfe brauchen, dann helfen wir! Ganz gleich ob in Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg oder anderswo in Berlin. Wir danken allen Beteiligten für die Unterstützung obdachloser Menschen in unserer Stadt. Die kommenden kalten Monate werden wieder eine Herausforderung sein, die nur gemeinsam bewältigt werden kann. Am Ende hoffen wir, dass Menschen ohne Obdach mit dem Modellprojekt langfristig geholfen werden kann. Wir danken insbesondere auch den Anwohnerinnen und Anwohnern der beiden Bahnhöfe sowie ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzern und hoffen auf ihr Verständnis und ihr Mitgefühl."
Sozialstiftung KARUNA – Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not int. e. V.: "Es ist eine große Herausforderung, mit allen Partnern einen neuen Weg zu gehen, der den Respekt für Menschen ohne Obdach fördern hilft. Wir wissen, dass wir dabei nicht allein bleiben werden und freuen uns auf die Unterstützung der Berliner Bevölkerung."
Informationen zu den Einrichtungen der Kältehilfe und zum Kältenotruf unter: www.kaeltehilfe-berlin.de/kaeltenotruf
Unter folgenden Telefonnummern ist die Kältehilfe zu erreichen:
030810560425 Berliner Kältehilfe
01785235838 Kältebus der Berliner Stadtmission
01709100042 Wärmebus des Deutschen Roten Kreuzes
Informationen zur Kältehilfe-App unter:
www.berliner-stadtmission.de/aktuelles/kaeltehilfe-app/51abe73e12471c6a2f27744ead0f3829
Quelle: http://www.berlin.de/presse/pressemitteilungen/index/feed?institutions=lpd&since=gestern_14_00&prio=1&count=1000&orig=1

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