Gestaltungswettbewerb "Zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags am 19. Dezember 2016, Breitscheidplatz" - Preisgericht empfiehlt Entwurf von "merz merz gmbh & co. kg"

Pressemitteilung vom 12.09.2017
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:
Der Gestaltungswettbewerb "Zur Erinnerung an die Opfer des
Terroranschlags am 19. Dezember 2016, Breitscheidplatz" ist
entschieden. Heute hat das Preisgericht unter Vorsitz der
Gestalterin Dagmar von Wilcken einstimmig empfohlen, dass der
Entwurf von merz merz gmbh & co. kg für den Ort des
Gedenkens realisiert werden soll. Auf den zweiten Rang wurde
der Entwurf von Braun Engels Gestaltung aus Ulm gewählt.
Der Entwurf der merz merz gmbh & co. kg sieht vor, dass ein
Teil des Bodens auf dem Breitscheidplatz einen Riss erhält und
dieser durch eine goldfarbene Legierung aufgefüllt wird. Die
Namen der Opfer und ihre Herkunftsländer werden auf der
Vorderseite der Stufen vor der
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche verankert.
Der Entwurf der Braun Engels Gestaltung versinnbildlicht ein
Blatt aus Edelstahl, das auf die Stufen vor der Kirche fällt.
Die Namen und Herkunftsländer der Opfer würden aus ähnlichem
Material auf das Blatt aufgebracht.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller:
"Der Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz hat uns tief
getroffen. Bis heute ist die Anteilnahme überwältigend.
Menschen aus aller Welt legen Blumen nieder oder zünden Kerzen
an, um an die Opfer zu erinnern. Wir wollen diesem Gedenken
dauerhaft einen Ort geben. Uns war wichtig, dass dieser Ort ein
würdiges Gedenken ermöglicht, bei dem die Opfer im Zentrum
stehen. Das leistet der vom Preisgericht zur Realisierung
empfohlene Entwurf. Zugleich weist die Botschaft des
Gedenkorts, wie ihn der Entwurf gestaltet, mit dem Appell an
das Miteinander der Menschen in die Zukunft. Ich danke allen,
die mit großem Engagement daran arbeiten, den Gedenkort in
Würde zu gestalten. Ich danke insbesondere der Stiftung
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die nicht nur die Fläche zur
Verfügung gestellt hat, sondern auch den gesamten Prozess
intensiv und mit großer emotionaler Kompetenz begleitet."
Das Gedenkzeichen soll am 19. Dezember 2017, dem ersten
Jahrestag des Terrorakts auf dem Breitscheidplatz, offiziell
eingeweiht werden. Am 19. Dezember 2016 sind durch den
Terrorakt auf dem Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet und
zahlreiche weitere Personen teils schwer verletzt worden.
Anteilnahme und Betroffenheit über die Tat sind national und
international nach wie vor groß. Immer wieder wurde der Wunsch
nach dauerhaftem Gedenken geäußert.
Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hatte vor diesem
Hintergrund eine Projektgruppe berufen, der er diese Aufgabe
übertragen hat. Vertreten sind das Land Berlin, der Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf sowie Institutionen und
Organisationen, deren Aufgabe die Bearbeitung der Nachwirkungen
des Terroranschlags ist bzw. die das Land Berlin in solchen
Kontexten beraten und unterstützen.
Die Projektgruppe hatte sich darauf verständigt, einen Ort zur
Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags einzurichten.
Dafür war ein nichtoffener Gestaltungswettbewerb ausgelobt
worden. Die Projektgruppe bestellte ein Preisgericht aus sechs
Fachpreisrichterinnen und -preisrichtern sowie fünf
Sachpreisrichterinnen und -preisrichtern. Dem Preisgericht
gehören auch Sachverständige an, die beratend zur Seite
standen. Zu ihnen gehörten auch drei Hinterbliebene von
Opfern.
Die Inschrift des Gedenkorts hat eine erweiterte Projektgruppe
formuliert, zu der auch Persönlichkeiten aus dem Gedenkkontext
gehört haben, darunter Prof. Dr. Andreas Nachama von der
Stiftung Topographie des Terrors, die Publizistin Prof. Dr.
Stefanie Endlich sowie Kaspar Nürnberg vom Aktiven Museum. Der
Wortlaut der Inschrift heißt: "Zur Erinnerung an die Opfer
des Terroranschlags am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches
Miteinander aller Menschen. In dieser Nacht starben: (es folgen
die Namen und Herkunftsländer der Todesopfer)."
Zum Wettbewerb waren sieben Gestalterinnen bzw. Gestalter,
Architektinnen bzw. Architekten sowie Designerinnen bzw.
Designer eingeladen. Alle Eingeladenen hatten ihre Entwürfe
fristgerecht eingereicht. Alle Entwürfe sind im Rahmen einer
Ausstellung vom 16. bis 25. Oktober im Berliner Rathaus zu
besichtigten. Informationen zu den Öffnungszeiten und zur
Anfahrt erhalten Sie rechtzeitig auf der Internetseite http://www.berlin.de.
Die beigefügten Fotos sind mit dem Bildhinweis "©
Senatskanzlei" frei verwendbar. Das Foto mit dem Titel
"Entwurf Rang 1" zeigt den Entwurf der merz merz gmbh &
co. kg, das Foto mit dem Titel "Entwurf Rang 2" von Braun
Engels Gestaltung.
Bild: Senatskanzlei
Bild: Senatskanzlei
Quelle: http://www.berlin.de/presse/pressemitteilungen/index/feed?institutions=lpd&since=gestern_14_00&prio=1&count=1000&orig=1
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